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Coroplast Group | News | 30 Jun 2020 ZDF berichtet über gelungene Bürgerkommunikation

Erfolgreiches Gespräch mit dem Bürgerverein

Coroplast hat den Bürgerverein Nächstebreck am Donnerstag, 25.06.20 zu einem Gespräch über die Freisetzung von PCB im Umfeld des Firmensitzes eingeladen. Beide Seiten sprachen hinterher von einem Erfolg. Hermann Josef Richter, Vorsitzender des Bürgervereins Nächstebreck, und Marcus Söhngen, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Coroplast Group, bedankten sich im Anschluss vor laufender Kamera beieinander für die jeweilige Gesprächsbereitschaft. Der Bericht des ZDF-Länderspiegels befasst sich auch mit weiteren Fällen von PCB-Freisetzung in Nordrhein-Westfalen und ist für Samstag, den 04.07.20 vorgesehen.

Marcus Söhngen schilderte den Ablauf des Treffens: „Wir haben zunächst einmal zugehört. Die acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer schilderten Sorge darüber, was man eigentlich aus dem Garten noch essen kann, hatten Fragen zur Informationspolitik des Unternehmens und der Stadt Wuppertal und wollten wissen, wie es weitergeht,“ so Söhngen.

PCB ist nicht gleich PCB

Fast zwei Stunden lang informierten sich die Nächstebrecker Bürgerinnen und Bürger über die Art der freigesetzten Stoffe, über die Zusammenarbeit zwischen Coroplast und den Behörden sowie über die Ankündigung, ab dem 01.01.2021 zu 100% PCB-frei zu produzieren und Gartenbesitzer für Ernteausfälle zu kompensieren, die ihnen aufgrund der Verzehrempfehlung der Stadt Wuppertal entstanden sein könnten.

Gerade beim ersten Teil war bei sonnigem Wetter Geduld gefragt. PCB ist eine Gruppe von 209 chemischen Verbindungen, von denen nur zwölf zu den dioxin-ähnlichen gehören und damit besonders toxisch sind. Das bei Herstellung von Silikonprodukten freiwerdende PCB trägt jedoch die Nummern 47, 51 und 68. Darüber, wie toxisch diese sind, gebe es derzeit noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, so Söhngen. „Dennoch haben wir bereits im März beschlossen, unser Produktionsverfahren zum 31.12.2020 so umzustellen, dass garantiert kein PCB mehr frei werden kann.“ Dies sei ein ehrgeiziger Zeitplan, denn in der Automobilindustrie gibt es aufgrund der strengen Sicherheitsvorschriften zeitraubende Freigabeprozesse. Nur aufgrund der langjährigen Erfahrungen in der Silikonverarbeitung sei dies überhaupt möglich. Coroplast hat in den zurückliegenden Jahren den Anteil des PCB-emittierenden Produktionsprozesses stark reduziert auf inzwischen nur noch 20%.

Geringe Mengen

Auch zur freigewordenen Menge äußerte Söhngen sich. „PCB wurde bis in die 1980er Jahre in Deutschland zu zehntausenden Tonnen legal von der Chemieindustrie produziert. Noch heute steckt in Gebäuden aus dieser Zeit PCB, das laut Umweltbundesamt in Deutschland jedes Jahr zwischen 7 und 12 Tonnen in die Umgebung abgibt. Nach Einwohnerzahl gerechnet könnten das in Wuppertal ca. 30 bis 50 Kilogramm sein. Wir emittieren dagegen jedes Jahr nur etwa 90 Gramm.“

Daher sei er überrascht gewesen, als die Untersuchung des Löwenzahns durch das Landesamt für Umwelt und Naturschutz (LANUV) erhöhte Werte angezeigt hat und daher eine Verzehrempfehlung ausgesprochen wurde, bestimmte Gemüsesorten nicht mehr aus dem Garten zu essen. „Wir haben dann auch sofort der Nennung unseres Firmennamens zugestimmt“, so Söhngen.

Kompensation für Ernteausfälle

Zufrieden zeigten sich die Bürger schließlich auch über die angebotene Kompensationsleistung. „Es wird drei Stufen geben: Entweder eine Pauschale von 100 Euro für alle Gartenbesitzer im Verzehrgebiet oder wenn das nicht reicht, eine Kompensation nach Quadratmeter Anbaufläche oder anderer Gründe, die eine noch höhere Kompensation erfordern.“ Ein Formblatt dazu werde auf der Website des Unternehmens zur Verfügung gestellt sowie als Postwurfsendung direkt zugestellt. „Die Bürgerinnen und Bürger schilderten uns, dass sie direkt informiert werden möchten. Dem kommen wir gerne nach“, so Söhngen.